Vor dem Hauptbahnhof in Belgrad wartet eine Frau im roten Kleid, während Ankommende und Abfahrende, Eilige und Schlendernde, Verliebte und Geschäftige an ihr vorbeigehen.
Jurybegründung
Der spontan gedrehte Film sprengt die Grenzen des Dokumentarischen und des Fiktiven. Er schwankt der Filmemacherin Vera Paulmann zufolge „zwischen kinematographischer Romantik und ernüchternder Realität“ und entstand ohne Drehbuch und ohne eingeweihte Schauspieler. Er zeigt das ungeschminkte Leben, fast ohne Schnitte, dank eines glücklichen Zufalls und des sicheren Gespürs der jungen Filmemacherin für den Augenblick. Die Farbe Rot ist assoziatives Symbol und dramaturgisches Leitmotiv. Die Erwartungshaltungen der Zuschauer werden zugleich erfüllt und widerlegt – in dem, was plötzlich auffällt und ohne den Film vielleicht nie aufgefallen wäre.
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